Kunst mit Mechanik

Stand 10.11.2019

 

Ein Gussteil entsteht

Gegossene Bauteile kennt jeder, wie ein Gussteil gemacht wird zeige ich hier am Beispiel des Steuergehäusedeckels eines kleinen Verbrennungsmotors.

Am Anfang steht immer eine Zeichnung, damit die Schablone für die Kopierfräsmaschine angefertigt werden kann.

Die Schablone für die Kopierfräsmaschine, Verkleinerungsfaktor 3

Die Schablone wird auf dem Vorlagentisch der Kopierfräsmaschine ausgerichtet und aufgespannt. Mit dem Taststift und dem Pantographen wird die Kontur der Schablone auf den Fräser übertragen.

Schablone und Pantographenarm mit Abtaststift auf dem Vorlagentisch

Beim Fräsvorgang wird die Schablone in X-Richtung und Y-Richtung abgetastet. Der Frästisch wird für die Z-Richtung verfahren. Die Fräsarbeit ist jetzt abgeschlossen, jetzt kann das Werkstück ausgespannt werden.

Die Fräsarbeit ist fertig

Der Deckel wird auf der Rückseite auf die richtige Dicke gefräst, und ein Innengewinde M5 eingeschnitten.  Nach dem Fräsen wird das Urmodell geschliffen, gespachtelt und gefüllert.

Das Urmodell ist geschliffen, gespachtelt und gefüllert

Nachdem der Füller getrocknet ist wird mit schwarzer Farbe kurz über die Oberfläche genebelt. Beim schleifen sieht man jetzt sehr gut, wo noch Fehlstellen sind, bzw. wo noch geschliffen werden muß.

Geschwärzte Oberfläche

Wenn die Lackiervorbereitung abgeschlossen ist kann das Urmodell lackiert werden. Ist ein Urmodell grün lackiert ist das Schrumpfmaß für Leichtmetallguß berücksichtigt.

Fertiges Urmodell

Der erste Schritt beim Einformen ist das Einpudern des Urmodells mit Talkum, damit der Formsand nicht kleben bleibt.

Urmodell und Formkasten

Damit sich jedes Detail vom Urmodell im Formsand abformt, wird die erste Schicht aufgesiebt. Für die erste Schicht wird immer neuer Ölsand verwendet.

Aufgesiebter Ölsand

Nachdem der Unterkasten komplett aufgefüllt ist und festgestampft ist, wird der Unterkasten umgedreht. Zum Verdichten verwende ich einen Druckluftstampfer.

Fertiger Unterkasten

Auf den umgedrehten Unterkasten wird eine dünne Schicht Talkum aufgepudert und mit einem weichen Pinsel verteilt. Die Entnahmebohrung im Urmodell wird abgedeckt und der Oberkasten aufgesetzt. Auch beim Oberkasten wird die erste Schicht wieder aufgesiebt und komplett gefüllt und verdichtet. Jetzt werden beide Kästen wieder getrennt und der Eingusskanal zur Form eingeschnitten. Beide Kästen werden wieder zusammengesetzt und es kann eingegossen werden.

Ober- und Unterkasten

Nachdem der Guß abgeschlossen, und die Schmelze ausgekühlt ist wird der Formkasten geöffnet und das Gußteil kann entnommen werden.

Geöffnete Formkästen

Die Gußwerkstücke werden vom Gußbaum abgesägt und können weiterbearbeitet werden.

Fertige Gußteile aus Aluminium und Messing